Die ausgedachten Geschichten der WOZ

woz-luge

Nachfolgendes Statement des Vereins No-Billag möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Die Wochenzeitung WOZ veröffentlichte am 01.03.2017 online und am 02.03.2017 in der Printversion einen Artikel namens «Kessler allein zu Hause». Der Autor dieses Beitrags ist Kaspar Surber, stellvertretender Redaktionsleiter der WOZ.

Im Verlauf des Mailverkehrs zwischen Kaspar Surber und dem Co-Initianten der No-Billag-Initiative Olivier Kessler wurde schnell klar, dass es dem stellvertretenden Redaktionsleiter der WOZ gar nicht um die Wahrheit geht. Als der Co-Initiant der No-Billag-Initiative ihn damit konfrontierte und Surber an seine journalistischen Wahrheitspflichten erinnerte, meinte Surber: «Meine Aufgabe ist es nur, Sie mit Vorwürfen zu konfrontieren». Was für ein Statement! Was für eine Interpretation seines Berufs!

Ausgedachte Deadline:

Am Sonntag, den 26.02.2017 schreibt Kaspar Surber an Olivier Kessler ein Mail. Surber sagt, er schreibe einen Artikel über die Geschichte der No-Billag-Initiative. Er will ein persönliches Treffen oder ein Telefongespräch noch am gleichen Tag. Aufgrund der beruflichen Auslastung war es Kessler nicht möglich, diesem Wunsch zu entsprechen. Er hat Surber deshalb gebeten, die Fragen per Mail zuzusenden, und ihm gesagt, dass er die Antworten so schnell wie möglich zusenden wird.

Doch erst 2 Tage später, am Dienstag, den 28.02.2017 um 09:12 meldet sich Surber bei Kessler mit Fragen. Bitte beachten Sie, dass Dienstag, der 28.02.2017 ein ganz normaler Arbeitstag war. Dennoch will Surber die Antworten schon bis nach dem Mittag haben. Am Nachmittag hackt er nach und fragt, bis wann Kessler ihm die Antworten – noch am selben Tag – schicken könnte. Kessler antwortet, dass er noch am arbeiten sei und die Antworten voraussichtlich am nächsten Tag beantworten und zusenden kann.

Daraufhin erfindet Surber plötzlich irgendwelche Abmachungen, welche niemals getroffen wurden. Ohne jegliche Gewissensbisse behauptet Surber einfach, dass man an einer Veranstaltung am Dienstag, den 27.02.2017 – an welcher Kessler gearbeitet hat und Surber «aus Interesse» auch gekommen ist – abgemacht habe, dass die Fragen noch am selben Tag beantwortet werden, was schlichtweg gelogen ist. Danach hat er Kessler gedroht: Wenn die erfundene Deadline nicht eingehalten werde, werde Surber einfach schreiben, dass Kessler keine Stellung nehmen wollte.

Von dieser unehrlichen Vorgehensweise erstaunt, schreibt Kessler, dass er Surber garantiert keine Zusagen bezüglich der Antwortszeit gegeben habe. Kessler weist Surber darauf hin, dass 28.02.2017 ein ganz normaler Arbeitstag ist. Kessler sagt, er werde sobald wie möglich Stellung beziehen. Die Drohung von Surber, bei Nichteinhaltung der ausgedachten Deadline zu schreiben, Kessler habe keine Stellung beziehen wollen, würde mitnichten der Wahrheit entsprechen. Kessler erinnert Surber an seine journalistische Pflicht der Fairness und das Gebot, dass Surber als Journalist der Wahrheit verpflichtet sei.

Was denkt Surber über die journalistischen Wahrheitspflichten?

Darauf tätigt Surber eine unglaubliche Aussage, bei der man sich die Augen reiben muss. Ohne die leiseste Spur von Scham antwortet er: «Meine Aufgabe ist es nur, Sie mit Vorwürfen zu konfrontieren.» Er fühlt sich also nicht der Wahrheit verpflichtet, sondern nur der Aufgabe, jemanden mit Vorwürfen zu konfrontieren! Noch nie im Leben haben wir so etwas Dreistes gesehen!

Kessler kann es kaum glauben und schreibt verblüfft: «Danke für Ihre Offenheit. Das erklärt vieles. Sind Sie sicher, dass Sie Ihren Lesern nicht die Wahrheit präsentieren wollen? Ist Ihnen die ungerechtfertigte Diskreditierung von unliebsamen Volksinitiativen und deren Vertretern wichtiger als die Wahrheit?» Ebenfalls sagt er Surber, dass auch wenn Surber die Antworten gerne etwas schneller gehabt hätte, ihn das überhaupt nicht dazu berechtige, sich irgendwelche Dinge auszudenken. Surber weicht einer klaren Stellungnahme aus. Er schreibt: «Mir geht es nicht um eine Diskreditierung, sondern bloss um die Klärung der Ihnen gestellten Fragen.

Surber gewährt Kessler daraufhin eine geringe Verlängerung der plötzlich aufgetauchten Frist: «Wenn Sie mir die Antworten bis morgen früh um 9 Uhr schicken, kann ich sie berücksichtigen.» Kessler stellte dem stellvertretenden Redaktionsleiter der WOZ seine Antworten termingerecht zu, nämlich um 8.57 Uhr. Kessler schreibt, dass wenn etwas davon publiziert werden soll, er auf eine ganzheitliche Publikation der Antworten bestehe, da diese ansonsten aus dem Zusammenhang gerissen seien.

Die Antwort – in welcher Kessler auf den offensichtlich absurden Versuch von Surber hinweist, die Initiative und deren Initianten zu diskreditieren – gefällt Surber offensichtlich nicht. Natürlich will er nicht, dass die WOZ-Leser seine böswillige Diffarmierungsmethode zu Gesicht bekommen. Skrupellos kürzt er die Antworten von Kessler so zusammen, dass die Entlarvung der manipulativen Methodik der WOZ den Lesern verborgen bleibt. Dies mit der Begründung, das Statement sei zu lang. Hätte Surber nichts zu verstecken, hätte er die Antwort ganzheitlich publizieren können, zumal er endlos lange ausholt, um diverse Vorwürfe gegen die No-Billag-Volksinitiative zu formulieren. Im Namen der Ausgewogenheit und Fairness hätte er Kessler angemessenen Raum zur Verfügung hätte stellen müssen, um sich zu diesen absurden Vorwürfen zu äussern. Doch das tut Surber nicht.

Vielmehr schnipselt er jene Passagen des Statements, die ihm am besten gefallen, zusammen und setzt Kessler eine weitere extrem knapp bemessene Antwortfrist an von gerade 1 Stunde und 12 Minuten! Und dies wieder an einem Arbeitstag! Wenn Surber die Antworten bis dann nicht habe, gehe er davon aus, dass die Zitate so in Ordnung seien.

Zumal das von der WOZ neu zusammengestiefelte Zitat sämtlichen Wind aus der Argumentation von Kessler genommen hätte, erklärte sich Kessler nicht mit diesen verkürzten Zitaten einverstanden. Kessler bestand auf seinem Recht auf eine angemessene Stellungnahme auf solche absurden Vorwürfe.

Jetzt platzt Surber der Kragen: «So etwas habe ich in meiner 15-jährigen journalistischen Laufbahn noch nie erlebt.», schreibt er an Kessler. Wir haben entschieden, Sie im Artikel nicht zu zitieren, und dies entsprechend begründet.» So schnell kann es gehen, wenn man die aus Sicht der Journalisten falsche Antwort gibt. Plötzlich kriegt man nicht einmal mehr die Gelegenheit, auf absurde Vorwürfe adäquat Stellung beziehen zu können. Auch vor Richtigstellungen in den Leserkommentaren fürchtet man sich offenbar, zumal diese Funktion ausgeschaltet ist.

Unwahrheiten im Artikel

Im Artikel schreiben Surber und Jan Jirát, ein anderer Jounalist der WOZ, Folgendes: «Die WOZ hätte gerne ausführlich mit Olivier Kessler gesprochen. Doch der Mann, der das Mediensystem fundamental angreift, weicht dem Gespräch aus. Über mehrere Tage lehnt er ein Interview mit dem Verweis auf andere Verpflichtungen ab.»

Diese Behauptungen sind nachweislich falsch! Als Surber Kessler am 26.02.2017 kontaktierte, antwortete ihm Kessler noch am gleichen Tag, dass Surber ihm seine Fragen doch bitte schriftlich stellen solle. Surber hat Kessler die Fragen erst am 28.02.2017 geschickt und am nächsten Tag hatte er bereits die Antworten von Kessler! Wie er hier sagen kann, dass dem Gespräch über mehrere Tage ausgewichen wurde, überschreitet jegliche Grenze.

Doch offensichtlich geht es Surber auch nicht darum, gegenüber seinen Lesern aufrichtig zu sein. Auch ihnen will er Unwahrheiten auftischen. Aber wie könnte es auch anders sein: Surbers Mission als Journalist ist nicht jene der Wahrheitsfindung, wie er im Mailverkehr offen zugibt, sondern lediglich andere mit Vorwürfen einzudecken.

Auch hier bringt Surber zum Ausdruck, dass es ihm nicht um eine ausgewogene, fundierte und faire Berichterstattung zur No-Billag-Volksinitiative geht, sondern darum, der Initiative zu schaden, indem die Zielperson – der Co-Initiant der Initiative – möglichst unkooperativ und suspekt dargestellt werden soll.

Der Artikel von Surber und Jirát soll wohl auch dazu dienen, innerhalb des Vereins No Billag Unruhe zu stiften und einen Streit zu provozieren. Indem beispielsweise die absolut unwahre Behauptung geäussert wird, die No-Billag-Initiative sei eine One-Man-Show, wird die grosse Arbeit der restlichen Mitstreiter herabgewürdigt. Keine Volksinitiative kann von einer Einzelperson alleine auf die Beine gestellt werden. Dass die Sammlung von über 150’000 Unterschriften nicht die Arbeit einer einzelnen Person sein kann, müsste eigentlich auch der WOZ einleuchten. In der Tat wäre die Sammlung der nötigen Unterschriften ohne den beherzten Einsatz von einer Vielzahl an Unterstützern niemals möglich gewesen. Allen diesen Menschen ist der Verein No Billag zu grossem Dank verpflichtet.

Doch auch wenn Surber und Jirát dies aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen nicht einleuchten sollte: Bereits vor der Veröffentlichung des Artikels hatte Surber nachweislich Informationen, die seine unwahre Behauptung widerlegen! Nämlich hatte die WOZ von Andreas Kleeb – Mitglied des Initiativkomitees – eine koordinierte Stellungnahme der No-Billag-Komiteemitglieder bekommen, die bei der WOZ am Tag vor der Publikation des Artikels eingetroffen ist.

Die Stellungnahme lautete folgendermassen: «Heute sind bei verschiedenen Mitgliedern des No-Billag-Komitees Ihre Fragen mit ähnlichem Inhalt eingegangen. Im Sinne eines koordinierten Vorgehens antworte ich Ihnen im Namen des Komitees. […] Der Eindruck ist falsch. Ein Kernteam im No-Billag Komitee koordiniert sich 14-täglich und definiert die gemeinsamen Schritte. Olivier Kessler ist offiziell der Delegierte und Repräsentant von No-Billag nach aussen und wird mit Vertretern aus den Sprachregionen bei Auftritten ergänzt. Damit steht er auch mehr als andere Mitglieder im Vordergrund.»

Die Tatsache, dass die Website nicht mehr auf dem aktuellsten Stand ist, trifft zu. Dies ist allerdings der Tatsache geschuldet, dass sich das No-Billag-Team aktuell in einer Übergangsphase befindet zwischen Einreichung der Unterschriften und dem Abstimmungskampf. Die Website ist gerade einer umfassenden Umgestaltung unterworfen. Daraus irgendwelche Schlüsse ziehen zu wollen und dabei die Stellungnahme des im Namen des Komitees No-Billag von Andreas Kleeb verfasste Statement zu ignorieren, ist unlogisch und manipulativ ohne Ende.

Umso erstaunlicher ist, dass die Zeitung «Blick» die unwahren und dahergelogenen WOZ-Aussagen blind übernimmt, ohne bei den No-Billag-Verantwortlichen den Sachverhalt zu verifizieren. Wir werden unser Recht auf Gegendarstellung bezüglich der dargelegten und weiteren Punkten einfordern, um das wahre Gesicht dieser verlogenen Berichterstattung zu offenbaren.

Interessant ist, dass Surber anonyme Quellen aus dem Initiativkomitee zur Äusserung von Kritik beizieht. Bei uns im Initiativkomitee herrscht eine offene Gesprächs- und Kritikatmosphäre. Verbesserungsvorschläge und Hinweise darauf, wie man etwas besser machen kann, sind sehr willkommen. Schliesslich kämpfen wir für mehr Entscheidungsfreiheit anstatt Bevormundung. Ob auch hier die grosse Fantasie von Surber nachgeholfen hat, ist für den objektiven Betrachter nicht ersichtlich. Wenn dies dennoch so gewesen ist, dass jemand von uns anonym Kritik geäussert hat: Auch diesem Menschen sind wir für sein Engagement für das Volksanliegen dankbar. Zusammen sind wir stark und deshalb müssen wir die offene Gesprächskultur weiterpflegen.

Wir werden uns weiterhin gemeinsam für die Abschaffung der Billag-Zwangsgebühren einsetzen und uns nicht durch solch lächerlichen Diffamierungen aus der Ruhe bringen lassen. Wir freuen uns, wenn wir auch weiterhin auf eure Unterstützung zählen können und ihr unsere Beiträge in den sozialen Medien teilt. Vielen Dank.

Euer
No-Billag-Team

 

 

 

 

Nachfolgend der Emailaustausch zwischen Kaspar Surber und Olivier Kessler:

 

Am 26.02.2017 um 10.24 Uhr schreibt Kaspar Surber, Stv. Redaktionsleiter der WOZ Folgendes an Olivier Kessler, Co-Initiant der No-Billag-Inititive:

Sehr geehrter Herr Kessler
Ich schreibe einen Artikel über die Geschichte der No-Billag-Initiative.
Gerne möchte ich dafür mit Ihnen sprechen: Haben Sie morgen am späteren Nachmittag Zeit für ein Treffen oder ein Telefon?
Auch würde ich mich gerne für die morgige Veranstaltung des Liberalen Institutes anmelden. Das Referat passt ja zum Thema. Sind Sie auch dort? Dann könnten wir uns allenfalls vorher oder nachher unterhalten.
Danke und beste Grüsse, Kaspar Surber

 

Am 26.02.2017 um 11.39 Uhr antwortet Olivier Kessler Folgendes:

Sehr geehrter Herr Surber

Danke für Ihre Anfrage und das Interesse an der No-Billag-Initiative. Ich habe morgen bereits einen gefüllten Terminkalender und sowohl vor, während als auch nach der Veranstaltungen Verpflichtungen. Ich bitte Sie deshalb, sich per Mail mit Ihren Fragen an mich zu wenden. Ich werde mich darum bemühen, Ihnen schnellstmöglich zu antworten.

Freundliche Grüsse

Olivier Kessler

 

 

Am 28.02.2017 um 9.12 Uhr schrieb Kaspar Surber

Lieber Herr Kessler

Hier wie abgemacht unsere Fragen:

– Am 11. Oktober 2015 sind Sie an der Anti-Zensur-Konferenz des Sektenpredigers Ivo Sasek aufgetreten und haben dort mehr als 800 Unterschriften für die Initiative gesammelt – in einem Umfeld von Antisemiten und Verschwörungstheoretikern. Wie rechtfertigen dies bzw. macht dies Ihr Anliegen nicht unglaubwürdig? Sind Sie Sasek auch sonst persönlich begegnet?
[…](hier stellte Surber eine Reihe weiterer Fragen, die für nachfolgende Betrachtungen aber nicht relevant sind)
Ich wäre froh, Sie könnten mir die Fragen bis nach dem Mittag beantworten.
Telefonisch wäre es wie gesagt unkomplizierter.

Danke und beste Grüsse, Kaspar Surber

 

Bereits um 16.01 Uhr am selben Tag hakt Kaspar Surber mit folgender Mail nach:

Lieber Oliver Kessler
Ich wollte kurz nachfragen, bis wann Sie mir heute die Antworten schicken können.
Beste Grüsse, Kaspar Surber

 

Am 28.02.2017 um 16.05 Uhr antwortete Olivier Kessler

Sehr geehrter Herr Surber

Ich bin noch am Arbeiten. Ich werde voraussichtlich morgen dazu kommen, Ihre Fragen zu beantworten.

 Freundliche Grüsse

Olivier Kessler

 

 

Am 28.02.2017 um 16.14 Uhr antwortete Kaspar Surber:

Lieber Herr Kessler

Wir hatten gestern abgemacht, dass wir die Antworten heute bekommen.

Ich muss sonst einfach schreiben, dass Sie keine Stellung nehmen wollen, was doch etwas schade wäre bei all den offenen Fragen.

Ich bin auch telefonisch zu erreichen.

Freundliche Grüsse, Kaspar Surber

 

 

Am 28.02.2017 um 16.59 Uhr antwortete Olivier Kessler:

Sehr geehrter Herr Surber

Von dieser Abmachung weiss ich nichts. Ich hatte Sie lediglich gebeten, mir Ihre Fragen per Mail zu schicken. Zusagen bezüglich der Antwortszeit habe ich Ihnen garantiert keine gegeben. Ich habe heute einen normalen Arbeitstag und werde sobald wie möglich Stellung beziehen zu Ihren Fragen (wie gesagt voraussichtlich morgen). Ihre Aussage, wonach ich keine Stellung beziehen möchte, würde also mitnichten der Wahrheit entsprechen. Ich verweise Sie hiermit auf Ihre journalistische Pflicht der Fairness und des Gebots, dass Sie als Journalist der Wahrheit verpflichtet sind.

 Freundliche Grüsse

Olivier Kessler

 

 

Am 28.02.2017 um 17.45 Uhr antwortete Kaspar Surber:

Lieber Herr Kessler
Meine Aufgabe ist es nur, Sie mit Vorwürfen zu konfrontieren. Ein
Arbeitstag ist für Ihre Stellungnahme eine mehr als grosszügige Frist.
Wenn Sie mir die Antworten bis morgen früh um 9 Uhr schicken, kann ich sie
berücksichtigen. Ansonsten schreibe ich, Sie hätten sich bis
Redaktionsschluss nicht gemeldet.
Beste Grüsse, Kaspar Surber

 

Am 28.02.2017 um 19.52 Uhr antwortet Olivier Kessler:

 

Sehr geehrter Herr Surber

Danke für Ihre Offenheit. Das erklärt vieles.

Sind Sie sicher, dass Sie Ihren Lesern nicht die Wahrheit präsentieren wollen? Ist Ihnen die ungerechtfertigte Diskreditierung von unliebsamen Volksinitiativen und deren Vertretern wichtiger als die Wahrheit?

Auch wenn Sie meine Antworten gerne etwas schneller gehabt hätten, berechtigt Sie dies überhaupt nicht, sich irgendwelche Dinge auszudenken. Sie sind nicht der einzige, der mit Ansprüchen an mich tritt. Ich werde Ihre Fragen so schnell wie möglich beantworten. Aus Respekt vor Ihren Lesern und aufgrund des plötzlich aufgetretenen Redaktionsschlusses werde ich mich nach Erledigung meiner beruflichen Verpflichtungen der Beantwortung Ihrer Fragen widmen.

Beste Grüsse
Olivier Kessler

 

Am 28.02.2017 um 21.39 Uhr schreibt Kaspar Surber:

Lieber Herr Kessler
Vielen Dank, dass Sie die Fragen nun beantworten.
Für ein nächstes Mal und mit weniger Stress: Wir hätten das auch einfach kurz persönlich besprechen können. Ich habe den Kontakt dazu seit Sonntag mehrmals und offen gesucht.
Mir geht es nicht um eine Diskreditierung, sondern bloss um die Klärung der Ihnen gestellten Fragen.
Mir ist noch aufgefallen, dass sich ein Tippfehler eingeschlichen hat: Ihr Auftritt bei der Anti-Zensur-Konferenz war am 14. März 2015.
Beste Grüsse, Kaspar Surber

 

Am 01.03.2017 um 8.57 Uhr antwortete Olivier Kessler folgendermassen:

Sehr geehrter Herr Surber

 Gerne antworte ich Ihnen nachfolgend auf Ihre Fragen. Sollten Sie davon irgendetwas publizieren, bestehe ich auf eine ganzheitliche Publikation der Antworten auf die jeweiligen Fragen, da diese ansonsten aus dem Zusammenhang gerissen sind. Ich habe mich bemüht, die Antworten so kurz und knapp wie möglich zu halten. Die Vorwürfe sind aber teilweise sehr happig, weshalb ich mir erlaubt habe, so Stellung zu beziehen, damit jeder dies nachvollziehen kann.

 Nun habe ich noch eine Frage an Sie: Sie stellen uns exakt dieselben Fragen, die diese Woche bereits andere Journalisten von anderen Medienhäusern an uns gerichtet haben, nämlich solche, die mit dem Inhalt des Volksanliegens nicht viel zu tun haben und vielmehr auf die Umstände darum herum fokussieren (mangels guten Gegenargumenten?). Von wem haben Sie die Anweisung (oder den Tipp) erhalten? Möchten Sie mir anvertrauen, wer im Hintergrund diese Aktivitäten koordiniert oder ist das alles ein unglaublicher Zufall?

Freundliche Grüsse

Olivier Kessler

 

– Am 14. März 2015 sind Sie an der Anti-Zensur-Konferenz des Sektenpredigers Ivo Sasek aufgetreten und haben dort mehr als 800 Unterschriften für die Initiative gesammelt – in einem Umfeld von Antisemiten und Verschwörungstheoretikern. Wie rechtfertigen dies?

 Zunächst einmal ist es mir schleierhaft, wie Sie auf die Zahl von 800 Unterschriften kommen. Sie stellen in einigen Ihrer Fragen irgendwelche Behauptungen in den Raum. Woher haben Sie diese Zahl? Haben Sie sich diese frei ausgedacht, wie Sie auch unsere vermeintliche «Abmachung» zur Deadline der Interview-Antworten ausgedacht haben? Ich habe an dieser Veranstaltung keine einzige Unterschrift gesammelt.

 Das Thema meines Auftrittes war ausschliesslich die No-Billag-Initiative. Diese richtet sich an alle Stimmberechtigten der Schweiz. Im Rahmen der Unterschriftensammlung hatten wir mit vielen Tausend Leuten Kontakt und stellten unser Anliegen an unzähligen Veranstaltungen vor. Bevor wir jemandem die Volksinitiative vorstellen, fragen wir nicht nach seinem Alter, seiner Herkunft, seiner Religion, seiner weltanschaulichen oder politischen Überzeugung, denn jeder hat unabhängig dieser Eigenschaften das Recht, Informationen zu Volksinitiativen zu bekommen. Wenn Sie denken, dass Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihres Alters, ihrer religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung kein Recht darauf haben, Informationen zu einer Volksinitiative zu bekommen, dann bitte ich Sie, diese Meinung öffentlich zu äussern, damit die Öffentlichkeit sich ein eigenes Bild über Ihre Ansichten machen kann.

 Ihr Versuch, die No-Billag-Initiative zu diskreditieren, ist durchsichtig. Sie versuchen, die Initiative in Zusammenhänge mit Sachen zu stellen, mit denen es keine Zusammenhänge gibt. Gegenfrage: Darf man Ihrer Meinung nach nur mit Leuten reden, die in allen nur erdenklichen Punkten exakt die gleichen Ansichten haben wie man selbst? Wohl kaum. Dann dürften Sie als sozialistischer WoZ-Journalist mit mir als Liberalem ja auch keinen Kontakt haben.

Um das noch klarzustellen: Antisemitismus lehne ich als Liberaler entschieden ab.

bzw. macht dies Ihr Anliegen nicht unglaubwürdig?

Da das Thema des Auftritts ausschliesslich die No-Billag-Initiative war, können keine Bedenken zu meiner Glaubwürdigkeit oder zu jener des Volksanliegens entstehen. Ich bin zum Thema aufgetreten, wie gewissenlose Politiker der Bevölkerung ihr hart verdientes Geld wegnehmen. Für Aussagen, die sonst irgendwann einmal an einer Veranstaltung getätigt worden sind, auf der ich auch aufgetreten bin, kann ich keine Verantwortung übernehmen. Genauso wie ein Politiker, der in der SRF-«Arena» auftritt, nicht die Verantwortung für sämtliche jemals in der «Arena» getätigten Aussagen übernehmen kann. Ihre Frage ist absolut unlogisch und stellt einen Versuch dar, die Initiative oder deren Initianten in einen Zusammenhang mit Sachen zu stellen, wo es gar keinen Zusammenhang gibt – mit dem Ziel, die Bedeutung der Initiative zu mindern und sie zu diskreditieren. Ihre Vorgehensweise bringt Ihre gegen die Initiative gerichtete Position und Ihre Verbindung mit jenen politischen Kräften, die auf Kosten der Zwangsgebühren-Zahler einen finanziellen und politischen Nutzen ziehen, klar und unmissverständlich zum Ausdruck.

Sind Sie Sasek auch sonst persönlich begegnet?

Nein.

 

Am 01.03.2017 um 10.03 Uhr antwortete Kaspar Surber:

Lieber Herr Kessler

Vielen Dank für die Antworten. 

Wir denken uns keine Behauptungen aus – wir verifizieren oder falsifizieren, was wir gehört haben. Deshalb haben wir auch frühzeitig den Kontakt zu Ihnen gesucht.

Unser Platz ist bekanntlich beschränkt, auch werden wir nur die Antworten verwenden, die für unsere Interpretation wichtig sein werden bzw. wo Ihnen ein konkreter Vorwurf gemacht wird. 

 

Hier die entsprechenden Zitate zum Gegenlesen:

– Zum Vorwurf, der Auftritt bei Ivo Sasek mache die Initiative unglaubwürdig:

«Da das Thema des Auftritts ausschliesslich die No-Billag-Initiative war, können keine Bedenken zu meiner Glaubwürdigkeit oder zu jener des Volksanliegens entstehen. Ich bin zum Thema aufgetreten, wie gewissenlose Politiker der Bevölkerung ihr hart verdientes Geld wegnehmen. Für Aussagen, die sonst irgendwann einmal an einer Veranstaltung getätigt worden sind, auf der ich auch aufgetreten bin, kann ich keine Verantwortung übernehmen.»

«Antisemitismus lehne ich als Liberaler entschieden ab.» 

– Kontakt zu Sasek:

Nein

Wenn ich bis heute um 11.15 Uhr nichts mehr von Ihnen höre, gehe ich davon aus, dass die Zitate in Ordnung gehen.

 Wir waren im übrigen selbst überrascht, dass die «Rundschau» ebenfalls am Thema dran ist.

Die Initiative kommt halt in die Räte – da recherchiert jeder.

Es gibt keine Macht im Hintergrund, die hier irgend etwas koordiniert.

Die WOZ würde als unabhängige Zeitung als erste berichten.

Beste Grüsse! Kaspar Surber

 

Am 01.03.2017 um 11.14 Uhr antwortete Olivier Kessler:

Lieber Herr Surber

Dass Sie meine Ausführungen zu Ihren fragwürdigen Methoden einfach rauskürzen wollen, ist unredlich und grenzt an Manipulation gegenüber Ihren Lesern. Ihr Ziel, mich und die No-Billag-Initiative zu diskreditieren, kommt dadurch klar zum Ausdruck. Ich wehre mich dezidiert gegen die von Ihnen gekürzten Zitate. Wenn Sie schon solch absurde Vorwürfe erheben wollen, müssen Sie mir auch angemessenen Platz zur Verfügung stellen, darauf zu antworten. Alles andere widerspricht dem journalistischen Gebot der Fairness.

Ich habe nun meine Antworten als Kompromiss auf das absolute Minimum zusammengekürzt, damit sich der Leser eine eigene Meinung bilden kann. Ich bestehe auf eine ungekürzte Veröffentlichung meiner Statements, inkl. der untenstehenden Ergänzungen in grün, welche für das Verständnis und den grösseren Zusammenhang wichtig sind.

Sie verstehen sicher, dass ich berufstätig bin. Ich widme mich jetzt wieder meinen beruflichen Verpflichtungen und bitte Sie, mir keine weiteren so kurz angesetzten Fristen zu setzen.

Freundliche Grüsse

Olivier Kessler

 

Die Antwort:

– Zum Vorwurf, der Auftritt bei Ivo Sasek mache die Initiative unglaubwürdig:

«Da das Thema des Auftritts ausschliesslich die No-Billag-Initiative war, können keine Bedenken zu meiner Glaubwürdigkeit oder zu jener des Volksanliegens entstehen. Die Initiative richtet sich an alle Stimmberechtigten der Schweiz. Im Rahmen der Unterschriftensammlung hatten wir mit vielen Tausend Leuten Kontakt und stellten unser Anliegen an unzähligen Veranstaltungen vor. Bevor wir jemandem die Volksinitiative vorstellen, fragen wir nicht nach seinem Alter, seiner Herkunft, seiner Religion, seiner weltanschaulichen oder politischen Überzeugung, denn jeder hat unabhängig dieser Eigenschaften das Recht, Informationen zu Volksinitiativen zu bekommen. Ich bin zum Thema aufgetreten, wie gewissenlose Politiker der Bevölkerung ihr hart verdientes Geld wegnehmen. Für Aussagen, die sonst irgendwann einmal an einer Veranstaltung getätigt worden sind, auf der ich auch aufgetreten bin, kann ich keine Verantwortung übernehmen. Genauso wie ein Politiker, der in der SRF-«Arena» auftritt, nicht die Verantwortung für sämtliche jemals in der «Arena» getätigten Aussagen übernehmen kann. Ihre Frage ist absolut unlogisch und stellt einen Versuch dar, die Initiative oder deren Initianten in einen Zusammenhang mit Sachen zu stellen, wo es gar keinen Zusammenhang gibt – mit dem Ziel, die Bedeutung der Initiative zu mindern und sie zu diskreditieren.»

«Antisemitismus lehne ich als Liberaler entschieden ab.»

 

Am 01.03.2017 um 13.28 Uhr antwortet Kaspar Surber:

Lieber Herr Kessler

Beim noch offenen Zitat haben wir uns entschieden, es fast in ganzer Länger zu bringen. Es bedeutet schon ein grosses Entgegenkommen, dass Sie unsere Recherche in Frage stellen können. Es heisst nun so:

Zur Frage, ob ihn der Auftritt bei Ivo Sasek nicht unglaubwürdig mache, schreibt er: «Da das Thema des Auftritts ausschliesslich die No-Billag-Initiative war, können keine Bedenken zu meiner Glaubwürdigkeit oder zu jener des Volksanliegens entstehen. Ich bin zum Thema aufgetreten, wie gewissenlose Politiker der Bevölkerung ihr hart verdientes Geld wegnehmen. Für Aussagen, die sonst irgendwann einmal an einer Veranstaltung getätigt worden sind, auf der ich auch aufgetreten bin, kann ich keine Verantwortung übernehmen.» Er kritisiert die Recherche der WOZ: «Ihre Frage ist absolut unlogisch und stellt einen Versuch dar, die Initiative oder deren Initianten in einen Zusammenhang mit Sachen zu stellen, wo es gar keinen Zusammenhang gibt – mit dem Ziel, die Bedeutung der Initiative zu mindern und sie zu diskreditieren.» Zudem fügt er an: «Antisemitismus lehne ich als Liberaler entschieden ab.»

Wir müssen nun abschliessen.

Ohne eine Rückmeldung bis um 14 Uhr setzen wir Ihr Einverständnis voraus.

Beste Grüsse, Kaspar Surber

 

Am 01.03.2017 um 13.44 Uhr antwortete Olivier Kessler:

Sehr geehrter Herr Surber

Ich verbiete es mir, so aus dem Zusammenhang gerissen zitiert zu werden. Die Kritik an den Fragestellungen der WoZ ist nur verständlich mit den von Ihnen herausgekürzten Textpassagen. Ich bestehe wie gesagt auf die Textfassung, die ich Ihnen heute um 11.14 Uhr geschickt habe, in welcher ich schon grosse Kompromisse eingegangen bin.

Ich bin ab jetzt in einem längeren Treffen. Bitte hören Sie also auf, mir ständig so kurzangesetzte Deadlines zu setzen, in denen Sie mir ohne ultraschnelle Reaktion irgendwelches Einverständnis unterschieben zu veränderten oder verkürzten Aussagen. Ich beharre auf meinen Zitaten von 11.14 Uhr.

Freundliche Grüsse

Olivier Kessler

 

Am 01.03.2017 um 15.27 Uhr schreibt Kaspar Surber:

Lieber Herr Kessler

So etwas habe ich in meiner 15-jährigen journalistischen Laufbahn noch nie erlebt.

Wir haben entschieden, Sie im Artikel nicht zu zitieren, und dies entsprechend begründet.

Hoffen wir, ein nächstes Mal läuft es einvernehmlicher.

Freundliche Grüsse, Kaspar Surber

 

 

 

 

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