Liebe deinen Nächsten…

Glück ist das Lebensziel aller Menschen. Der Weg zum Glück besteht primär darin, Gutes zu tun. Denn «zwischen guten Menschen und den Göttern besteht Freundschaft», wusste schon der römische Philosoph Seneca. Doch was ist schon gut? Alle Parteien beanspruchen, mit ihrer Politik «Gutes» zu tun. Aber können sie alle gleichzeitig Recht haben?

Lassen Sie mich einen Vorschlag für die Definition von «gut» machen: Gut handle ich, solange ich keinem anderen Menschen schade. Schaden bedeutet: Jemandem körperlich oder seelisch schaden, jemanden zu etwas zwingen und jemanden bestehlen. Wer moralisch richtig handeln will, muss diese Regel beachten. Einverstanden?

Die Mehrheit der Menschen wird mir intuitiv zustimmen. Warum? Weil sich diese Grundregel des Zusammenlebens aus der menschlichen Natur ableitet. Will ein Mensch am gesellschaftlichen Leben teilhaben, muss er sich daran halten. Diese Regel wird auch als «Gebot der Nächstenliebe», «Nichtaggressionsprinzip», «Libertarismus»  oder «Naturrecht» bezeichnet. Sie entspringt nicht einer Ideologie, sondern ist gewissermassen Naturgesetz.

Wer moralisch gut handelt, respektiert, dass jeder Mensch alleiniger Besitzer seines eigenen Körpers und seiner Arbeitskraft ist. Jeder muss für sich die Entscheidung treffen, entweder seinen Besitz mit anderen Menschen friedlich zu tauschen, um seine Bedürfnisse zu befriedigen, oder sein Leben als Selbstversorger zu bestreiten. Da die meisten Menschen  ersteres bevorzugen, entsteht automatisch ein Markt, auf dem Güter und Dienstleistungen zum gegenseitigen Vorteil getauscht werden. Diese natürliche Wirtschaftsordnung bezeichnet man als «freie Marktwirtschaft» oder «Kapitalismus». Wer diese Wirtschaftsordnung ablehnt, lehnt folglich auch die Nächstenliebe ab.

Ideologien wie der Etatismus oder der Sozialismus brechen radikal mit der natürlichen Moralvorstellung, indem sie einer kleinen Gruppe von Politikern und Bürokraten zugestehen, sich unrechtmässig an ihren Mitmenschen zu bereichern. Diese schwingen sich zu Herrschern auf und massen sich an, ihren Mitbürgern – unter Androhung von Gewalt – Verbote und Gebote, exorbitante Steuern, Abgaben und Gebühren auferlegen zu können.

Wer folglich moralisch gut handeln will, setzt sich dafür ein, dem Gebot der Nächstenliebe wieder zum Durchbruch zu verhelfen. Dies gelingt nur, indem wir den Staat – den Zwangsapparat der Herrschsüchtigen – in die Schranken weisen.

Olivier Kessler

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