Katalonien als Vorbild für die Schweiz

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Demonstration für die Unabhängigkeit Kataloniens in Barcelona

Nach der Volksbefragung 2014, in welcher sich über 80 Prozent der Katalanen für die Unabhängigkeit ihrer Region ausgesprochen hatten, stimmte genau ein Jahr später auch das katalanische Regionalparlament einem Fahrplan zur Unabhängigkeit der Region von Spanien bis 2017 zu. Katalonien ist die wirtschaftsstärkste Autonome Gemeinschaft Spaniens. Die Arbeitslosigkeit liegt unter dem spanischen Durchschnitt. Aufgrund der historischen, sprachlichen und kulturellen Unterschiede zum übrigen Spanien sieht sich Katalonien als eine eigene Nation.

Bereits 1931 wurde Katalonien eine provisorische Autonomie gewährt. Diese wurde allerdings nach dem Sieg der Franco-Diktatur im Spanischen Bürgerkrieg 1939 wieder aufgehoben. Nach Francos Tod erlangte die Region 1979 ein neues Autonomiestatut. In dessen Rahmen wurden die Kompetenzen der Region immer weiter ausgebaut, meist auf Druck patriotisch-katalanischer Gruppierungen. Unter anderem verfügt Katalonien über eine eigene Polizeieinheit. Auch in der Bildungs-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik geniesst Katalonien weitreichende Kompetenzen – und fordert jetzt einen eigenen Staat.

Der Zentralregierung in Madrid gefällt das natürlich gar nicht, da die Herrscher in Madrid so an Macht verlieren würden. Deshalb droht Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy bereits mit rechtlichen Schritten. Doch die Katalanen lassen sich nicht beirren. Sie streben entschlossen nach Unabhängigkeit. Man will sich nicht von fremden Vögten herumkommandieren lassen.

Schweizer Parlamentarier könnten sich von den Katalanen eine Scheibe abschneiden. Ein ungebändigter Wille zur Selbstbestimmung – in Kombination mit einem selbstbewussten Auftreten – führte die Katalanen immer stärker in Richtung Unabhängigkeit. Ganz anders die Schweiz: In vorauseilendem Gehorsam erfüllt man stets brav alle Wünsche internationaler Organisationen und anderer Staaten auf Kosten der eigenen Bürger. Das kleinste Windchen genügt, um den Widerstand unserer Volksvertreter zu brechen und sie eingeschüchtert bürokratische EU-Regulierungen übernehmen zu lassen.

Sollte in Bundesbern nicht bald etwas mehr katalanisches Temperament Einzug halten und wir stattdessen gezwungen werden, unsere Freiheit zu opfern, müssten sich die einzelnen Kantone überlegen, sich von der Zentralregierung in Bern loszusagen – wie Katalonien von Madrid. Ganz nach dem Motto: Tritt Bundesbern der EU bei, treten wir aus.

Olivier Kessler

Bild: https://www.flickr.com/photos/125006583@N05/15252725280/

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