Drogensüchtig

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Drogenausgabestelle EZB

Lässt die Wirkung einer Droge nach, geht es dem Konsumenten normalerweise schlecht. Zwei Optionen stehen ihm offen: Entweder er erduldet das Leid, bis er vollständig ausgenüchtert ist. Oder aber er mildert sein momentanes Leid durch die Einnahme einer erhöhten Dosis – im Wissen darum, dass das Leid so nur aufgeschoben und verstärkt wird.

Die aktuelle Weltwirtschaft gleicht einer Horde von Drogensüchtigen, die abhängig von der Droge immer tieferer Zinsen geworden ist. Die Zentralbanken fungieren dabei als Drogenabgabestellen, die den Süchtigen den Stoff in immer höheren Dosen verabreichen. Doch jeder weiss: Diese können nicht beliebig erhöht werden, ohne dass der Süchtige an einer Überdosis stirbt. Diese Tatsache wird jedoch von den staatlichen Geldmonopolisten ignoriert. Die Zentralbanken halten ihre Leitzinsen weiterhin tief und locken so immer mehr Akteure in die tödliche Verschuldungsfalle.

Die japanische Nullzinspolitik, aus der das Land im Osten seit den 1990er-Jahren nie mehr herausgekommen ist, macht nun für die ganze Papiergeld-Welt Schule. Alle wichtigen staatlichen Währungen – US-Dollar, Euro, Renminbi, Yen, Pfund oder Franken – haben sich von realen Werten abgekoppelt. Damit wurde es den Zentralbankern ermöglicht, der Wirtschaft «Konjunkturspritzen» in Form heruntermanipulierter Zinsen zu verabreichen. So haben sie diese Ökonomien in einen Rausch versetzt. Eine Weile lang war scheinbar alles im Lot: florierende Wirtschaft, steigende Aktienkurse, steigende Immobilienpreise etc.

Doch Berauschte haben eine verzerrte Wahrnehmung. Sie sehen nicht, dass neues Geld nur durch Neuverschuldung entstehen kann. Sie erkennen nicht, dass Preissignale durch Zentralbanken verfälscht werden, die Zinsen heruntermanipulieren und dadurch Fehlinvestitionen im grossen Stil verursachen, die irgendwann zu Konkursen und Finanzkrisen führen müssen.

Nach dem belämmernden Rausch wird die Ernüchterung folgen. Spätestens dann, wenn sich für die aufgetürmten Schulden keine neuen Schuldner mehr finden lassen. Spätestens dann, wenn das staatliche Geld durch den ausgelösten Geld-Tsunami immer stärker an Wert verliert. Spätestens dann, wenn Ersparnisse und Lebensexistenzen zunichtegemacht werden. Dann heisst es: Rette sich, wer kann.

Ob sich wenigstens dann die Erkenntnis durchsetzt, dass zinsmanipulierende Zentralbanken gegen das Volk gerichtete, verbrecherische Institutionen sind und die Verantwortlichen für den kommenden Crash hinter Gitter gehören?

Olivier Kessler

Bild: https://www.flickr.com/photos/mpd01605/2462109453/

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