Brauner und roter Sozialismus

Featured imageIm Internet macht sich ein liberaler Blogger über JUSO-Chef Fabian Molina lustig. Nun hat «20 Minuten» den Blog aufgegriffen und mit folgenden Worten kommentiert: «Der anonyme Verfasser des Blogs ist offenbar auf einer politischen Mission: Er bringt, historisch unhaltbar, Sozialdemokratie und Nationalsozialismus in Verbindung (die Sozialdemokraten gehörten zu den ersten von den Nationalsozialisten Verfolgten).» Solch propagandistische Geschichtsverdrehungen, wie sie der «20 Minuten»-Redaktor anstellt, dürfen nicht unkommentiert stehen gelassen werden.

Die ideologische Verwandtschaft zwischen Sozialismus und Nationalsozialismus ist enger, als vielen Linken lieb ist. Dies wird bereits anhand des Begriffs «Sozialismus» klar, der in beiden Ideologiebezeichnungen vorkommt. Hitler galt zu Beginn seiner politischen Karriere als grosser Sympathisant der Sozialdemokratie. Verglichen mit seinen Einschätzungen zu sonstigen konkurrierenden Parteien, hat er sich fast nur positiv zur SPD geäussert. Josef Schüsslburner schreibt in seinem Buch «Roter, brauner und grüner Sozialismus»: «Politisch und ideologisch ist es Hitler erkennbar darum gegangen, die SPD-Wähler anzusprechen und sie in sein Regime zu integrieren, was ihm mit seiner sozial-staatlich-sozialistischen Wirtschaftspolitik weitgehend gelungen ist.»

Nicht nur das: Die Sozialdemokratie leistete mit ihren ideologischen Positionen dem Nationalsozialismus Vorschub: Wie Hitler setzen Sozialdemokraten nicht auf freie Vereinbarungen zwischen freien Menschen. Beide Ideologien betrachten die Bürger nicht als mündige, selbstbestimmte Wesen, die ihr Leben eigenverantwortlich gestalten können. Unter dem Deckmäntelchen des «Sozialen» will man alle Menschen der egalitaristischen Staatsideologie unterwerfen. Alles, was dieses Ideal in Gefahr bringen könnte, muss mit Zwang und notfalls Gewalt eliminiert werden.

Hitler versuchte sein (rassisches) Gleichheitsideal durch die Ausmerzung von Juden, Andersrassigen und Behinderten durchzusetzen. Sozialdemokraten setzen ihre Hoffnungen ebenfalls in den staatlichen Zwang und wollen Reichen möglichst viel ihrer Verdienste unter Androhung von Gewalt wegnehmen, da diese schliesslich mit ihrer überdurchschnittlichen Leistungsbereitschaft für die unerträgliche Ungleichheit verantwortlich sind.

Ob nun braun, rot oder grün – Sozialisten setzen im Gegensatz zu Liberalen auf Zwang zur Durchsetzung ihres Gleichheitswahns. Man kann nicht genug auf diese Parallelen hinweisen.

Olivier Kessler

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