Selbstbestimmung statt Taxi-Zwang

Featured imageDer Fakt, dass heute praktisch jedermann mit einem Smartphone von überall her Zugang zum Internet hat, revolutionierte schon so manche Branche. Nun sind die Taxi-Unternehmen an der Reihe. Eine Firma namens UBER vermittelt via App private Fahrer, die sich in der Region aufhalten und Fahrdienstleistungen anbieten.

Die Vorteile der App sind nicht von der Hand zu weisen: Auf dem Handy wird angezeigt, wo sich potenzielle Fahrer gerade aufhalten, die man per Knopfdruck zu sich bestellen kann. Nach erfolgtem Transport besteht die Möglichkeit, den Fahrer zu bewerten. Fahrzeuglenker, die es sich nicht wegen schlechten Bewertungen mit potenziell künftigen Kunden verscherzen wollen, werden sich entsprechend Mühe geben, freundlich zu sein und den Passagier sicher ans Ziel zu bringen. Diese Vorahnung bestätigte sich in selbstgemachten Praxistests. Doch auch preislich gewinnt der Konsument: UBER befördert seine Kunden wesentlich billiger ans Ziel als herkömmliche Taxifahrer, da das Angebot nicht mehr künstlich verknappt wird.

Ein solch vorteilhaftes Angebot sowohl für Kunden wie auch für Frauen und Männer, die ihr Einkommen aufpolieren möchten, spricht sich schnell herum – und ruft Protektionisten auf den Plan. Die UBER-App wurde in Deutschland bereits verboten. Taxiunternehmen haben erfolgreich geklagt, dass die kommerzielle Beförderung von Personen ohne staatlich ausgestellten Personenbeförderungsschein nicht erlaubt sei. In Frankreich sorgt UBER ebenfalls für Aufregung. Nach gewaltsamen Protesten gegen UBER durch Taxifahrer, will Präsident Hollande das Unternehmen verbieten. Die Chefs von UBER Frankreich wurden verhaftet. Und auch in der Schweiz werden Stimmen laut gegen das kalifornische Startup: Der Kanton Genf etwa hat den Fahrdienst bereits verboten – weitere Kantone dürften folgen.

In der Tat ist es nicht in Ordnung, Taxifahrer gegenüber UBER-Fahrern zu benachteiligen, indem erstere unzählige Prüfungen ablegen müssen, um eine staatliche Taxi-Lizenz zu ergattern. Die Lösung besteht nun aber nicht darin, den Fahrvermittlungsdienst zu verbieten, sondern die unnötige Taxi-Regulierung abzuschaffen, damit die Marktteilnehmer gleich lange Spiesse aufweisen. Es ist besorgniserregend, dass der Staat heute seine Kernaufgaben vernachlässigt, während er private, freiwillige Kooperation von Individuen durch Androhung von Freiheitsentzug zu beeinträchtigen versucht, um Sonderinteressen einer Minderheit durchzupeitschen. Der Rechtsstaat ist tot!

Olivier Kessler

Bild: http://www.flickr.com

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