SRG für No-Billag-Initiative!

Featured imageDie Überraschung war gross. Nach Monaten der Dauerkritik an der SRG, an ihren verschwenderischen Allüren, den SRF-Sendungen und den Abzocker-Löhnen der Chefetage nun dies: SRG-Direktor Roger de Weck trat nach der RTVG-Abstimmung vor die Medien und erklärte, sein Verein habe beschlossen, die «No-Billag»-Initiative der JSVP und der Jungfreisinnigen zu unterstützen und in Zukunft auf Billag-Gebührengelder zu verzichten.

Der verdutzten Medienschar erklärte de Weck, dass es die SRG-Mitarbeiter bereuten, der Bevölkerung während Jahrzehnten auf der Tasche gelegen zu haben – ohne diese danach zu fragen, ob sie die erbrachten Leistungen auch wirklich in Anspruch nehmen wollen. Er persönlich bedaure sein unmoralisch hohes Salär, das über jenem eines Bundesrates lag. Um den Bürgern etwas zurückzugeben, wolle er drei Viertel seiner einstigen Bezüge an das «No-Billag»-Komitee spenden, damit dieses die noch fehlenden 30’000 Unterschriften zusammenbekomme. Man sei nun zur Überzeugung gelangt, dass für die Mitarbeiter ein angenehmeres Arbeitsklima geschaffen werden könne, wenn effektiv nur noch jene bezahlen müssen, die konsumieren und man nicht den Dauerattacken der Zwangsgebühren-Zahler ausgesetzt sei. Imagetechnisch sei die Abschaffung des Gebührenzwangs für die SRG ein Segen.

De Weck gab auch deshalb die Unterstützung für die «No-Billag»-Initiative und den Verzicht auf Gebührengelder bekannt, weil man die nun im Parlament drohende Kaputtregulierung der SRG auf jeden Fall abwehren möchte. Dort soll es der Radio- und TV-Quasimonopolistin nämlich an den Kragen gehen: Werbebeschränkungen, Verbot von Online-Aktivitäten, Festlegung des Programms durch das Parlament. Anstatt weiterhin vom staatlichen Subventionsgift abhängig zu sein und all diese Einschränkungen hinzunehmen, habe man sich lieber für die Unabhängigkeit in der Programmgestaltung und für die unternehmerische Freiheit entschieden.

Der technische Fortschritt ermögliche es zudem, auf bürokratische Billag-Kontrolleure zu verzichten, begründet de Weck den Entscheid der SRG weiter: Heute sei es problemlos möglich, Sender und Programme so zu verschlüsseln, dass nur noch jene schauen können, die bezahlen. All jene, die ihr hart erarbeitetes Geld lieber für andere Zwecke verwenden möchten, wolle man in Zukunft nicht mehr belästigen und unter Androhung von Gewalt um die Früchte ihrer Arbeit bringen.

Ein bisschen träumen darf man ja wohl auch als gebeutelter Zwangsgebührenzahler noch. Oder man wird aktiv: http://www.nobillag.ch.

Olivier Kessler

Foto: Michael Bitsch / flickr.com

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