Aufrüsten gegen das Bargeld

VFeatured imageiele Staaten Europas stehen finanziell am Abgrund. In den letzten Jahrzehnten wurden über den ganzen Kontinent hinweg immer dichtere staatliche Sozialnetze gesponnen. Mehr und mehr Menschen wurden dadurch wohl oder übel von diesen «sozialen Errungenschaften» abhängig gemacht. Da sie gezwungen wurden, kontinuierlich höhere Anteile ihres hart erarbeiteten Lohns zur Finanzierung immer luxuriöser anmutender Sozialwerke abzutreten, stellen sie heute berechtigte Ansprüche an den Staat, vom Einbezahlten wieder etwas zurückzubekommen. Nur: Seit die Wirtschaftslokomotiven auf dem Alten Kontinent ins Stocken geraten sind, gerieten auch die Staatseinnahmen und die Umverteilungs-Schneeballsysteme unter Druck. Deshalb will die Classe politique jetzt dem Bargeld an den Kragen, um die benötigten Einnahmen auch in Zukunft zu sichern.

An einer von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) mitorganisierten Konferenz in London wurde diskutiert, wie man verhindern könne, dass Sparer nun aufgrund der verfügten Minuszinsen ins Bargeld flüchten und so ihr Eigentum vor den Klauen des gierigen Staates in Sicherheit bringen. Neben dem politisch eher schwer durchsetzbaren Bargeldverbot wurde auch in Betracht gezogen, einen Wechselkurs zwischen Bargeld und Sichtguthaben einzuführen, wobei der Kurs sich im Ausmass des Negativzinses bewegen soll. Würden also die Negativzinsen 5 Prozent betragen, hätte eine 100 Franken-Note nur noch einen Wert von 95 Franken.

Anstatt der Staatsideologie blind zu folgen, Bargeld diene ausschliesslich Drogenhändlern und Terroristen; anstatt zu akzeptieren, dass sich der Staat noch weiter in unser Geldwesen und in unsere Privatsphäre einmischt, sollten wir uns fragen: Hat der Staat bei unserer Währung nicht langsam aber sicher das Vertrauen verspielt? Wie lange will er noch auf die gefährlichen Methoden der Zins-Manipulation und der Geldschwemme setzen, wie das Japan seit den Neunzigerjahren erfolglos praktiziert?

Anstatt weiter blindlings auf den gescheiterten staatlichen Geldmonopolisten zu setzen und damit unsere Freiheiten aufzugeben, wäre es an der Zeit, auch anderen privaten Geldanbietern die Möglichkeit zu bieten, sich im Währungs-Wettbewerb um die Gunst der Kunden zu bewerben, so wie das beispielsweise der Währungsspezialist Prof. Thorsten Polleit fordert. Lassen wir den Menschen doch einfach die freie Wahl, welches Geld sie verwenden möchten: Ein wertstabiles oder ein schwindsüchtiges.

Olivier Kessler

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