1. Mai: Tag der Arbeit(splatzzerstörer)

Featured imageSie schmeissen Steine oder wollen den Kapitalismus abschaffen – oder beides zusammen. Dafür ernten die Sozialisten und der Schwarze Block Sympathien des Zürcher Polizeivorstehers Richard Wolff. Eine Erlaubnis zur Kundgebung am 1. Mai stellt er nur der politischen Linken aus. Es ist allerdings fragwürdig, woher sich Sozialisten das Recht herausnehmen, den Tag der Arbeit für sich zu pachten.

Die beiden bürgerlichen Jungparteien JSVP und Jungfreisinnige sowie die kürzlich gegründete Unabhängigkeitspartei (up!) hatten genug von der Beschlagnahmung des Tags der Arbeit durch linke Demagogen und antikapitalistische Pflasterstein-Werfer. Sie reichten deshalb Anfang April ein Gesuch für eine 1. Mai-Demonstration in Zürich ein, an welcher hätte aufgezeigt werden sollen, dass eine freiheitlichere Politik dem Arbeiter tatsächlich nützt – ganz im Gegensatz zu den schädlichen «Arbeitnehmerschutz»-Gesetzen, die insbesondere für die Belegschaft negative Konsequenzen haben.

Gesuch der bürgerlichen Jungparteien abgelehnt

Richard Wolff, Polizeivorsteher und Stadtrat der Alternativen Linken (AL), war dieses Gesuch ein Dorn im Auge. Wie konnten es Bürgerliche nur wagen, ihm und seinen Freunden den «heiligen» Tag der Arbeit streitig zu machen, den man erfolgreich okkupiert und regelmässig zur Selbstbeweihräucherung missbraucht hatte? Über Jahrzehnte hatte man der arbeitenden Bevölkerung doch immer und immer wieder ohne Widerspruch dieselben Märchen vom angeblichen Dienst der Sozialisten an den Arbeitnehmern auftischen können. Wie sehr hatte man es doch genossen, sich als schützende Hand über den Arbeitnehmern aufzuspielen und diese im vermeintlichen Kampf gegen Arbeitgeber und Kapitalisten vor «Ausbeutung» zu verteidigen. Auf keinen Fall durften nun Nicht-Sozialisten diese festverankerten linken Ideologiegebäude einreissen.

So wurde das Demo-Gesuch der Jungparteien von Wolff denn auch abgelehnt mit dem Argument, dass man die Sicherheit der liberalen Demonstranten nicht garantieren könne, da das Gesuch zu kurzfristig (!) eingereicht worden sei. Diese Begründung wirft kein gutes Licht auf den Zürcher Polizeivorsteher: Wenn der Polizei ein Monat für die Vorbereitung nicht ausreichen, kann man dann in spontanen Notsituationen wohl noch auf sie zählen? Erinnerungen an den spontanen Saubannerzug durch die Zürcher Europaallee Ende 2014 lassen zumindest Zweifel an der Führung aufkommen.

Ob es Wolff, der den gewalttätigen Schwarzen Block für eine «interessante Ergänzung» hält, wirklich um die Sicherheit der liberalen Demonstranten geht, sei mal dahingestellt.

Selbstinszenierung durch die Falschen

Nach dem ablehnenden Entscheid von Wolff stellt sich die Grundsatzfrage: Woher kommt das unheimliche Selbstvertrauen von Links, sich selbst für angebliche «soziale Errungenschaften» im Sinne der Arbeitnehmer zu feiern? Was fordern Sozialisten, was den Arbeitnehmern wirklich nützen würde?

Im Grunde genommen: nichts! Im Gegenteil. Perfide verhüllt man die von den Linken gewollte wohlstandsmindernde Zwangsumverteilung in wohlklingende Floskeln wie «soziale Gerechtigkeit» oder «Solidarität». Die Umverteilungsströme fliessen aber nicht etwa – wie das durch diese Floskeln suggeriert wird – von den Reichen zu den Armen, sondern vom produktiven Bürger hin zur unproduktiven Classe politique (Politiker und Verwaltungsbürokratie) sowie ihr nahestehende Gruppen und Unternehmen, die ihr Geld nicht ausschliesslich auf dem freien Markt verdienen, sondern von staatlichen Zuwendungen profitieren (wie z.B. SRG, Post, SBB etc.).

Der wahre Klassenkampf spielt sich also nicht – wie uns intellektuelle oder steinewerfende 1.Mai-Aktivisten weismachen wollen – zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ab, sondern zwischen der politischen Klasse und dem unterdrückten, mittels Staatsgewalt ausgebeuteten Volk. Die Linken – meist selbst nicht produktiv tätig, sondern parasitär von Zwangsumverteilungsmassnahmen lebend – haben Events wie den 1. Mai stets dafür instrumentalisiert, diesen Klassen-Gegensatz herunterzuspielen und stattdessen ein Scheingefecht zu inszenieren zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Keine Ausbeutung durch freiwillige Beziehungen

Dabei sind die Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ja allesamt freiwillig. Kein Arbeitnehmer wird von irgendjemandem gezwungen, beim Arbeitgeber X zu arbeiten. Wenn dieser seine Arbeitnehmer «ausbeutet», ausnützt, miese Löhne bezahlt oder sie schlecht behandelt, haben die Arbeitnehmer die Freiheit, zum Arbeitgeber Y zu wechseln oder – wenn es das Gesparte erlaubt – auch mal eine Zeit lang nicht zu arbeiten. Nur schon aus diesem Grund werden sich die meisten cleveren Arbeitgeber davor hüten, ihre Angestellten schlecht zu behandeln.

Wir halten fest: Arbeitsverträge basieren auf freiwilligen Entscheiden und einem gegenseitigen Interesse, miteinander zu kooperieren, weil sich dadurch beide Seiten einen Vorteil erhoffen.

Ausbeutung durch staatlichen Zwang

Anders sieht das aus, wenn es um das Verhältnis zwischen Classe politique und Volk geht. Wenn der Bürger findet, dass er von seinem Staat schlecht behandelt wird, er zu viele Steuern, Abgaben und Gebühren zahlt, er die Gehälter der Staatsangestellten als zu hoch oder den Kundenservice als schlecht empfindet, kann er nicht einfach sagen: «Da bin ich nicht einverstanden. Ich werde meine Steuerrechnung in Zukunft nicht mehr bezahlen.» Oder: «SRG-Boss Roger de Weck verdient mit seinem Jahresgehalt von 560‘000 Franken für meinen Geschmack viel zu viel. Das will ich nicht mehr mitfinanzieren und bezahle deshalb die Billag-Zwangsgebühren nicht mehr.» Nun gut, sagen kann man das schon. Man muss aber die Konsequenzen tragen, wenn man es tatsächlich durchzieht: Staatliche Gewaltandrohung und Verhaftung – allenfalls sogar Waffengewalt, wenn man sich dem staatlichen Zwang widersetzt.

Die von links proklamierte «Ausbeutung» der Arbeitnehmer durch die Arbeitgeber ist eine billige Mär, um die tatsächlich stattfindende Ausbeutung der produktiven Arbeiter und der produktiven Kapitalisten durch die politische Klasse sowie der Funktionärsbürokratie zu vertuschen.

Der 1. Mai sollte uns in Zukunft daran erinnern, wer tatsächlich Lebensqualität und Arbeitsplätze für die Arbeitnehmer schafft. Nämlich fleissige, innovative, kreative, schöpferische Unternehmer. Linke, hassverbreitende Demagogen und Zwänger sowie ihre steinewerfenden und zerstörerischen Freunde des Schwarzen Blocks haben am Tag der Arbeit eigentlich nichts verloren.

Olivier Kessler

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: