Gigantische Blase vor dem Platzen

Featured imageZur Legitimierung immer tiefer heruntermanipulierter Zinsen greifen Notenbanken gerne auf die Warnung vor einer Deflation zurück. Sie warnen damit vor einer Gefahr, die sie selbst geschaffen haben. Die Brandstifter müssen umgehend gestoppt werden, wenn wir Freiheit und Wohlstand wahren wollen.

Sie befinden sich weltweit auf dem Sinkflug – die Leitzinsen der wichtigsten Notenbanken. 0-0,25 Prozent in den USA, 0-0,10 Prozent in Japan, 0,5 Prozent in Grossbritannien, 0-0,25 Prozent in der Schweiz. Nun sind die Zinsen auch in der Eurozone ein weiteres Mal gesunken – und zwar um 0,1 Prozent auf 0,05 Prozent. Hüben wie drüben wird Kreditnehmern Geld zu unanständig billigen Preisen nachgeworfen, in der naiven Hoffnung, die Wirtschaft «anzukurbeln». Die Geldschwemme hat allerdings zu keinerlei positiven Ergebnissen geführt.

Natürlicher Zins als Koordinator

Beim Phänomen der Nullzinsen handelt es sich keineswegs um eine natürliche Entwicklung, wie sie sich in einer freien Marktwirtschaft ergeben würde. In einer freien – von Zentralbanken-Interventionen unberührten – Wirtschaft ist der Zins jene Grösse, welche die Wirtschaft im Gleichgewicht hält. Der Zins ist der Preis für Geld und hat die gesamtwirtschaftliche Funktion, Ersparnisse und Investitionen aufeinander abzustimmen.

Wenn also beispielsweise viele Ersparnisse vorhanden sind, signalisiert ein sinkender Zins den Investoren, dass die Menschen bereit sind, auf einen grösseren Teil ihres Einkommens zu verzichten (es also zu sparen) und es lieber morgen anstatt heute auszugeben. Durch die sinkenden Zinsen wird das Geld billiger und Investitionen in bessere und günstigere Produkte von morgen werden rentabler. Die Investoren von heute können zurecht darauf hoffen, dass die Konsumenten von morgen ihr Erspartes für neu geschaffene Produkte ausgeben.

Wenn hingegen die Sparneigung der Konsumenten sinkt und Ersparnisse in geringerem Ausmass vorhanden sind für die Kreditvergabe, steigt wegen dem sinkenden Angebot auch der Preis für das Geld (die Zinsen). Unternehmer werden also eher von geplanten Projekten absehen, da sie sehen, dass die Ersparnisse für den Kauf ihrer Produkte von morgen gar nicht vorhanden wären. Der natürliche Zins nimmt also gewissermassen die stabilisierende Funktion der «unsichtbaren Hand» in der Wirtschaft wahr.

Manipulations-Skandal

An den allermeisten Orten der Welt kann die oben beschriebene natürliche Zinsbildung aber gar nicht stattfinden, weil staatliche Interventionen in den freien Markt durch die Zentralbanken den echten Preis des Geldes verfälschen. Der Trend immer weiter nach unten manipulierter Zinsen kann schon seit vielen Jahren beobachtet werden.

Aber wie kann denn das sein? Wie schaffen es die Staaten, die Zinsen praktisch auf null herunterzudrücken? Indem sie sich die Lizenz zum Gelddrucken verleihen, jegliche ernsthafte, private Konkurrenz im Wettbewerb um das stabilste Zahlungsmittel ausschalten und alle Bürger dazu zwingen, das von ihm herausgegebene Geld zu benützen (gesetzliches Zahlungsmittel).

Die Folgen dieser staatlich ermöglichten Geldschöpfungs-Orgie sind verheerend. Weil die Zinsen damit auf ein tieferes Niveau heruntergedrückt werden, als sie in einer freien Marktwirtschaft wären, macht sich die koordinierende «unsichtbare Hand» aus dem Staub. Die Wirtschaft gerät in Schräglage, weil Investoren massenweise Projekte in Angriff nehmen, die wegen nicht vorhandener Ersparnisse gar nicht rentabel sind. Im Klartext: Die Mittel, um die durch die Investitionen neu geschaffenen Produkte in der Zukunft zu kaufen, gibt es nicht. Wird dies erst einmal aufgedeckt, müssen Abschreibungen im grossen Stil vorgenommen werden und die Blase platzt.

Keine Frage des «ob»

Auch heute stehen wir wieder einmal einer neuen – von der staatlichen Geldpolitik aufgeblähten – Blase gegenüber. Sie ist gigantisch. Die während Jahren niedrig gehaltenen Zinsen haben zu einer immer grösser werdenden Fehlallokation der knappen Mittel geführt. Anstatt die dringend benötigten Korrekturen nach der Finanzkrise zuzulassen, verschob man den grossen Knall mit einer ultraexpansiven Geldpolitik in die Zukunft. Es ist keine Frage des «ob», sondern «wann» diese immer grösser werdende Blase platzen wird. Wahrscheinlich dürfte dies eher früher wie später der Fall sein, wie der aktuelle Rekordtiefstand bei den Leitzinsen der Zentralbanken andeutet.

Als Ausrede, um diese schmerzvollen aber unausweichlichen Korrekturen in die Zukunft zu verschieben, lässt man bei den Zentralbanken regelmässig verlauten, man müsse die akute Deflationsgefahr bekämpfen. Darunter verstehen sie sinkende Preise, die angeblich die Konsumenten dazu verleiten, mit dem Kauf benötigter Güter zuzuwarten und damit die Wirtschaft in einen Abwärtsstrudel stürzen. Um den Fall der Preise ins Bodenlose zu verhindern, müsse die Zentralbank eine inflationistische Geldpolitik betreiben, dank der die Preise immer leicht steigen.

Deflations-Märchen

Dabei handelt es sich allerdings um eines der grössten Märchen der Zauberlehrlinge an den Hebeln der Geldproduktion. Sinkende Preise sind nicht zwingend ein Anlass zur Panik. Sie sind Ausfluss des Wohlstandes. Der Fortschritt in der Wissenschaft und in der Technologie erlaubte es uns, Güter immer günstiger herzustellen. Dies ist ein Gewinn für die ganze Gesellschaft, vor allem aber für die Einkommensschwächeren.

Dank dieser Preisentwicklung können sich heute auch sogenannt «arme» Haushalte Handys, Fernsehen und Computer leisten – und die wenigsten kämen auf die Idee, auf diese Geräte zu verzichten, nur weil sie in zwei, drei Jahren billiger werden. Eine ähnliche Entwicklung kann im Bereich der Lebensmittel festgestellt werden. Biologische Gegebenheiten erlauben es dem Menschen hier ohnehin nicht, mit dem Kauf zuzuwarten und ein paar Monate zu hungern. Das Schreckgespenst «Deflationsspirale» wurde von der Realität längst widerlegt.

Eine wirklich gefährliche Deflation ergibt sich nur aus der Schrumpfung der Geldmenge. Ohne vorhergehende Inflation – also die künstliche Aufblähung der Geldmenge – ist eine solche Deflation gar nicht denkbar. Diese Art der Deflation löst die durch die Geldschöpfung geschaffenen Scheinwerte wieder auf und führt die Wirtschaft zurück auf den Boden der Realität. Auch wenn diese Deflation schmerzvoll ist, ist sie doch ein nötiger Heilungsprozess und Voraussetzung, dass die Wirtschaft nachhaltig gesunden kann.

Brandstifter spielt Feuerlöscher

Aufmerksame Leser erahnen bereits die Schlusspointe: Richtig! Die gefährliche Deflation, vor der die Zentralbanken unerbittlich warnen, wird durch ebendiese Zentralbanken erst geschaffen – durch heruntermanipulierte Zinsen und Geldschöpfung aus dem Nichts. Der Brandstifter spielt sich scheinheilig als unersetzlicher Feuerlöscher auf. Dabei gehören die kriminellen Täuscher und Tatsachenverdreher eigentlich hinter Gitter, weil sie hier und jetzt die Zukunft unzähliger Menschen verspielen.

Karl Marx und Friedrich Engels forderten in ihrem «Kommunistischen Manifest» unter Punkt fünf die «Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschliesslichem Monopol.» Es ist erschreckend, wie nahe wir diesem freiheitsfeindlichen kommunistischen Ideal bereits gekommen sind.

Kommende Krise

Überdimensionierte Wohlfahrtsstaaten können sich durch die indirekte Finanzierung ihrer Aktivitäten durch das staatliche dominierte Geldsystem eine absurde Anhäufung immer grösserer Schuldenberge leisten, obwohl sie faktisch längst bankrott sind. Die Krise, auf die wir zutaumeln, ist deshalb vornehmlich eine Staatsanleihen-Blase. Platz diese Blase stehen die Vermögen aller vom Staat Abhängigen auf dem Spiel. Das sind unter anderem Rentner, die vom staatlichen Schneeballsystem AHV abhängig sind, Staatsangestellte wie auch alle Sozialhilfebezüger. Kunden von Pensionskassen und Banken, denen ein gewisser Anteil von Staatsanleihen per Gesetz vorgeschrieben wird, werden ihr Fett ebenfalls abbekommen und die Folgen der staatlichen Masslosigkeit mit aller Wucht zu spüren bekommen. Die kommende Krise hat das Zeug, alle vorhergehenden Wirtschaftskrisen in den Schatten zu stellen und eine unvorstellbare Zerrüttung des gesellschaftlichen Gefüges herbeizuführen.

Kein Weg zurück zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilität führt an der Machteindämmung des Staates im Geldwesen vorbei. Nur der Währungswettbewerb zwischen verschiedenen privaten Geldanbietern garantiert den Menschen Freiheit und Wohlstand. Das heutige korrupte Zwangskorsett mit den Säulen gesetzliches Zahlungsmittel, Zentralbank und Manipulierung der Zinsen gehört unverzüglich aus der Welt geschaffen. Spätestens der kommende Zusammenbruch des Geld-Sozialismus müsste die Menschheit zum Umdenken bewegen.

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