Ermotti und die geheuchelte Empörung der Linken

Featured imageMit seinen Forderungen nach einem Stopp der Kaputtregulierung der Wirtschaft brachte UBS-Chef Sergio Ermotti die Staatsgläubigen in Rage. «Eine unglaubliche Frechheit» seien Ermottis Vorschläge. Es sei ja gerade die UBS gewesen, die vom Staat gerettet werden musste, wetterte Christian Levrat. SP-Nationalrat Cédric Wermuth gibt noch einen drauf: «Geschätzter Sergio Ermotti: Zu Dingen, von denen man schon von Berufswegen nichts versteht, sollte man schweigen.»

Diskreditierende Angriffe auf die Person sollen eine Debatte über die gestellten Forderungen wohl überflüssig machen. Zugegebenermassen mag es irritieren, dass gerade ein als «Abzocker» gebrandmarkter UBS-Banker das ausspricht, was viele denken. Aber Ermotti hat recht: Die Schweizer Wirtschaft leidet an einer Überregulierungs-Flut. Dort, wo Menschen in freiwilliger Übereinkunft nicht genau das miteinander vereinbaren, was Politiker gerne hätten, wird eifrig interveniert mit Lenkungsabgaben, Vorschriften, Auflagen, Steuern, Gebühren und Verboten. Diese Eingriffe führen wegen der dadurch verursachten Erlahmung der Wirtschaft zu neuen Schwierigkeiten. Nach jedem von der Politik geschaffenen Problem erschallt jeweils der Ruf nach noch mehr politischer Intervention. So dreht sich die kostentreibende Teufelsspirale immer schneller.

Nicht anders war das im Fall der UBS. Erst dank intensiver Regulierung durch die Politik konnten einzelne Banken so gross werden, dass sie den «Too big to fail»-Status ergattern konnten. Die heranrauschende Bürokratie- und Formular-Flut konnten lediglich die Grossen mit ihren gigantischen Compliance-Abteilungen bewältigen, während kleinere Privatbanken mit geringeren Kapazitäten im Strudel unterzugehen drohten. Die Übernahme der Kleinen durch die Grossen war die Folge dieser von der Politik erzwungenen Marktkonsolidierung. Abnehmender Wettbewerb und das Wissen um die Staatsgarantie verleiteten die Grossbanken zu riskanter und fragwürdiger Geschäftspraxis.

Die staatsgläubige Interventionspolitik unter der Führerschaft der Sozialisten aller Parteien führte also ironischerweise erst dazu, dass der Staat beginnen musste, Banken auf Kosten der Steuerzahler zu retten. Eine «unglaubliche Frechheit» ist deshalb nicht, dass man aus diesen Fehlern lernen will, sondern dass die dilettantischen Verursacher der heutigen Probleme sich auch noch als Problemlöser in Szene zu setzen versuchen. Gemäss der Weisheit Cédric Wermuths sollten die Damen und Herren Etatisten zu Dingen, von denen sie nichts verstehen, tatsächlich besser schweigen.

One comment

  1. stiller Beobachter · · Reply

    Sie sprechen mir aus dem Herzen. Vielen Dank!

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