Egoismus

Featured image«Die Welt ist viel egoistischer geworden», klagt WEF-Gründer Klaus Schwab anlässlich des diesjährigen Forums. Wenn heute von «Egoismus» gesprochen wird, dann meist mit einem negativen Unterton. Egoistisch zu sein ist gesellschaftlich verpönt. «Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie ˂ich˃ sagen», stellte Theodor Adorno einmal fest.

Doch ist Egoismus zwingend etwas Schlechtes? Moderne Volkskrankheiten wie etwa das Burnout-Syndrom oder zahlreiche Formen der Depression sind Folgen der Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse und des «es anderen Rechtmachens». Unsere Gesundheit wird es uns danken, wenn wir ab und an egoistisch handeln, wenn wir uns Schlaf, Erholung oder Aktivitäten gönnen, die Spass machen.

Man mag den Egoismus verdammen. Doch schlussendlich steht sich jeder selbst am nächsten – ob einem das gefällt oder nicht. Zu Nächstenliebe und echter Solidarität kann man niemanden zwingen – man kann den Nährboden dafür bereiten.

Die beste Rahmenbedingung, um den Egoismus in einen gesellschaftlichen Nutzen umzumünzen, ist die freie Marktwirtschaft. Diverse Untersuchungen zeigen: Über je mehr Früchte seiner Arbeit man selbst verfügen und demzufolge zur Erreichung eigener Ziele einsetzen darf, desto höher der Leistungswille, der Wohlstand und die Lebenszufriedenheit aller. Durch die zusätzlich erwirtschafteten Mittel kann sozial Schwächeren besser geholfen werden. Eigennützig zu handeln ist also in diesem Kontext nicht etwa das Gegenteil von «sozial», sondern Voraussetzung für soziales Handeln. Wer in einer Marktwirtschaft – aus rein egoistischen Motiven – reich werden will, der kommt nicht darum herum, anderen zu dienen und deren Bedürfnisse optimal zu befriedigen. Ansonsten bleibt er arm, da er nichts verkaufen kann.

Jene, die die «egoistische Profitmaximierung» in einer freien Marktwirtschaft anprangern und dafür mehr Umverteilung fordern, sind in Wahrheit weder selbstlos noch sozial. Nicht selbstlos, weil ihnen das Aufspielen als Anwälte der Bedürftigen in der Öffentlichkeit Anerkennung und Glücksgefühle verschafft – von ihrem grosszügigen Anteil, den sie aus dem Umverteilungskuchen für sich selbst herausnehmen, einmal abgesehen. Nicht sozial, weil sie durch ihre Forderung nach immer mehr staatlich erzwungener Umverteilung die Anzahl Kuchen, die gebacken und an Bedürftige weitergegeben werden könnten, dadurch schwindet. Es gibt nichts Sozialeres als eine freie Marktwirtschaft.

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