Über Sozialismus aufklären? Verboten!

Kürzlich hatte ich die Ehre, an einer Podiumsdiskussion an der Kantonsschule Wiedikon aufzutreten, die von einem Geschichtslehrer moderiert wurde. Thema war die Frage, ob in der Schweiz ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden soll. Im Publikum sassen diverse Klassen dieser Schule. Nachdem ich erklärt hatte, dass es gerade die vielen staatliche Eingriffe in den freien Markt in sozialistischen Ländern waren, die im Endeffekt zu deren Zusammenbruch geführt hatten, wies mich der Geschichtslehrer zurecht:

Ich könne doch nicht die Zustände in der Schweiz mit jenen in sozialistischen Ländern vergleichen. Er habe Leute im Gulag verloren und verbitte sich solche Vergleiche. Zudem sei das nun schon lange her und die heutigen Jungen wüssten ohnehin nicht mehr, was die Sowjetunion war. Also sollten wir doch nicht von solch abstrakten Dingen – unter denen sich niemand etwas vorstellen könne –, sondern von heute sprechen. Und heute seien Vergleiche mit totalitären Systemen nicht mehr angebracht.

Ich konnte dann gerade noch einschieben: «Wir können auch Nordkorea nehmen, wenn Sie lieber ein aktuelles Beispiel besprechen möchten», bevor die Diskussion dann auf etwas anderes gelenkt wurde.

Das muss man sich erstmal vor Augen führen: Wie sollen heutige Schüler in Zusammenhängen denken können, wenn nicht einmal Lehrpersonen den Durchblick haben und Diskussionen über die aus der Geschichte gezogenen Lehren (aus ideologischen Motiven?) unterdrücken? Es mutet schon etwas seltsam an, wenn nicht einmal der Geschichtslehrer einsehen will, dass die grossen Massaker und Tragödien im 20. Jahrhundert sowie heute alle eine gemeinsame Ursache (gehabt) haben: Eine zu dominante Rolle des Staates, der seinen Gewaltapparat gegen die Opposition, gegen unschuldige Zivilisten, gegen Menschen aus dem In- und Ausland eingesetzt hat.

Dieser Vorfall illustriert die weit verbreitete linke Indoktrination an unseren Schulen. Tatsachen, die sich ereignet haben, Fakten die einwandfrei belegt sind, werden von Lehrern einfach ausgeblendet, sofern sie mit ihrer egalitaristischen Paradies-auf-Erden-versprechenden Ideologie nicht kompatibel sind.

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