Staatsreligion

Ob Muslim, Buddhist oder Atheist: Tief im Innern wollen die meisten Menschen an etwas glauben. In der westlichen Welt wird dies besonders deutlich anhand des stetigen Niedergangs des Christentums, der nicht etwa gleichzusetzen ist mit einem Verschwinden des Glaubens. In die Fussstapfen von Jesus Christus treten Ersatzreligionen wie etwa der unerschütterliche Glaube an die Steuerbarkeit des Klimas und die Energiewende. Den grössten Zuwachs hat allerdings die Glaubensgemeinschaft der Staatsgläubigen erhalten.

Gott dieser Religion ist der Staat und die Politiker sind seine Propheten. Dieses Gespann ist in der Lage, alle erdenklichen irdischen Probleme zu lösen. Wird eine etwas zu laute Fete gefeiert? Ein Ausgehverbot wird es richten! Die ganzen Ersparnisse ein Jahr nach der Pensionierung schon verprasst? Der Sozialstaat springt bestimmt ein! Zeigt das Nachbarskind «Verhaltensauffälligkeiten»? Dann muss es seinen Eltern entzogen und unter Obhut «Gottes» gestellt werden. Es herrscht der Aberglaube grenzenloser Machbarkeit. Dem allmächtigen und allwissenden, zentralplanerischen Staats-Gott wird alles zugetraut. Sein Wille geschehe, wie im Himmel («Klimaerwärmung verbieten») so auf Erden.

Aus diesem Irrglauben leiten die Anhänger der Staatsreligion den Grundsatz ab, dass bestimmte Übermenschen das Sonderrecht hätten, Normalsterbliche unter Androhung oder Anwendung von Gewalt zu kontrollieren. Politiker kommen in den Genuss der sog. «Immunität» und diverse Staatsangestellte stehen über dem Gesetz. Während Diebstahl unter normalen Menschen ein krimineller Akt darstellt und strafrechtlich verfolgt wird, ist er auf staatlicher Ebene institutionalisiert. Dort werden nicht etwa diejenigen bestraft, die sich am Volksvermögen vergreifen, sondern diejenigen, die sich selbst und ihr Eigentum verteidigen (sog. «Steueroptimierer»). Während es mir zurecht verboten ist, eine bewaffnete Truppe zu meinem Nachbarn zu schicken, wenn dieser sich meinen Vorstellungen nicht beugt, scheut der Staat vor solch brachialen Massnahmen nicht zurück und sieht sich dabei auch noch im Recht.

Das Programm des Etatismus – Verbote, Regulierungen, Entmündigung und Gängelung – wird fleissig heruntergebetet. Selbst «Ungläubige», die an der Vollkommenheit des allmächtig-allwissenden Staats-Gotts zweifeln, werden von den Glaubensjüngern gemassregelt und als «Neoliberale» oder «Libertäre» beschimpft. Man hat sich gefälligst den von Gott und seinen Propheten befohlenen Zwängen zu beugen.

Wo bleibt da bloss die verfassungsmässig garantierte Religionsfreiheit?

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