Sackgasse Papiergeld

Die meisten Bundespolitiker und Funktionäre lehnen die Gold-Initiative ab. Ihr Argument: Die Nationalbank dürfe nicht geschwächt werden, da sonst Arbeitsplätze vernichtet würden. Ein fataler Irrtum, wie ein Blick in die Geschichte des Geldes zeigt.

Ohne Tausch gäbe es keine Wirtschaft und keine Zivilisation. Menschen tauschen, weil sie sich einen Vorteil erhoffen. Weil jeder mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet ist, ermöglicht Arbeitsteilung und Spezialisierung Gewinne für alle. Da es unmöglich ist, einen Hammer gegen eine halbe lebendige Kuh zu tauschen, entdeckten die Menschen die Möglichkeit des indirekten Tauschs. Dafür brauchte es ein ideales Tauschmittel, das beliebig teilbar, transportierbar, rar und nicht verderblich ist. Auf der Welt dienten im Verlauf der Geschichte unterschiedliche Waren als Geld, wobei sich Gold zunehmend als das allgemeine Zahlungsmittel herauskristallisierte, weil es oben genannte Anforderungen am besten erfüllt. Wichtig ist: Geld entstand im Entdeckungsverfahren auf dem freien Markt und ist keine staatliche Erfindung.

Trotzdem begannen sich Staaten bereits in frühen Zeiten ins Geldwesen einzumischen. In einem ersten Schritt riss man sich das Münzmonopol unter den Nagel und gab den Geld-Einheiten neue Namen, die nichts mehr mit dem Münzgewicht und dem Goldgehalt zu tun hatten. Aus Unzen und Gramm wurden Dollar, Mark oder Franken. Dies machte den Weg frei für eine neue Einnahmequelle des Staates: die Inflation. Münzen wurden vom Staat gefälscht, indem Gold heimlich mit unedlen Metallen vermischt oder untergewichtige Münzen hergestellt wurden. Das überschüssige Gold steckten die Herrscher ein und verwendeten es für ihre persönlichen Ausgaben.

Gründung von Zentralbanken

Heute hat sich diese Herrschaft des Staates über das Geld massiv ausgedehnt. Durch die Gründung von staatlichen Zentralbanken öffnete sich ein riesiges Potenzial, um Staatsausgaben durch noch mehr Inflation zu finanzieren. Die staatliche Propaganda machte den Bürgern weise, dass ihr Gold doch viel sicherer sei, wenn es als Barren eingeschmolzen in den Bunkern der Zentralbank lagere und sie dafür Geldsubstitute wie etwa Banknoten oder Sichteinlagen verwenden würden. Die Etablierung der Zentralbanken brachte es deshalb mit sich, dass Goldmünzen ausser Gebrauch kamen und stattdessen Noten und Sichteinlagen als Substitute kursierten, die – wurde behauptet – jederzeit in Gold eingetauscht werden konnten.

Da zu viele Pseudo-Belege für Gold ausgegeben wurden und der Tag der Abrechnung (Bankrun) näher rückte, durchschnitt der Staat schliesslich dreist die Verbindung der Goldsubstitute zum Gold. Menschen, deren Eigentum in den Kellern der Zentralbanken lagerte, wurden schamlos durch den Staat enteignet. Fortan war Geld nicht mehr vom Wert des Goldes, sondern nur noch vom Vertrauen der Bürger abhängig, dass die Zentralbank ihre Macht zur Geldmengenausdehnung nicht missbraucht (was sie heute allerdings tut).

Nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) vor einem Dutzend Jahren auch noch die von den Bürgern behändigten Goldreserven zu einem Grossteil verkauft hatte, begann sich Widerstand zu regen. Ergebnis dieses Protests ist die Gold-Initiative, über die am 30. November 2014 abgestimmt wird. Sie möchte verhindern, dass die SNB weiter Goldreserven verschleudern kann und damit verunmöglicht wird, jemals wieder zum Währungsanker Gold zurückzukehren.

Gold-Initiative als Absicherung

Hätte früher jemand bedrucktes Papier als Tauschmittel vorgeschlagen, wäre er laut ausgelacht worden. Diese Absurdität ist heute aber Realität geworden. Banknoten und Giralgelder werden heute stillschweigend als Zahlungsmittel akzeptiert. Doch die Frage lautet: Wie lange noch? Wie lange können Zentralbanken und Geschäftsbanken die Geldmenge weiter aufblähen, bis die Blase platzt und das Vertrauen in das heutige Geld dahin ist? Wäre es da nicht weitsichtiger, einen gewissen Grundstock an Gold zu bewahren, um das Weiterfunktionieren unserer Wirtschaft auch nach einer allfälligen Währungskrise zu gewährleisten?

Zerstört die Initiative Arbeitsplätze? Voraussetzung für Arbeitsplätze sind Ersparnisse und Innovationsgeist von Unternehmern. Ohne Ersparnisse keine nachhaltigen Investitionen in die Zukunft. Die gewaltige Geldmengen-Ausdehnung von heute zerstört also nachhaltig Arbeitsplätze, weil durch die Tiefzinspolitik Anreize für die Ersparnisbildung zunichte gemacht werden. Das zieht unserer Wirtschaft und unserem Wohlstand langfristig den Teppich unter den Füssen weg.

Noch nie ist eine Wirtschaft wegen einer starken Währung zugrunde gegangen – an einer schwachen hingegen schon unzählige Male.

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