Jeder Tote einer zu viel?

Gemäss dem kürzlich verstorbenen Freiheitsdenker Roland Baader gibt es nur ein wahres Menschenrecht: «Das Recht, in Ruhe gelassen zu werden».

Der Kern dieser freiheitlichen Weltanschauung ist die Auffassung, dass mein Körper mir gehört und nicht Eigentum von anderen Menschen sein kann. Wer dem widerspricht, redet der Sklaverei und Vergewaltigungen das Wort. Wenn mein Körper mir gehört, gehören mir auch die Früchte meiner Arbeit, also das, was ich mit meinem Körper erschaffen habe. Ich, der Eigentümer meiner selbst, habe das Recht, alleine darüber zu entscheiden, was mit meinen Besitztümern geschieht. Wenn dem nicht so wäre, wäre Diebstahl legitim.

Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wird tagein, tagaus von Politikern infrage gestellt. Angeblich zum Schutz vor uns selbst verbietet uns die Politik das Motorradfahren ohne Helm, das Zünden von Feuerwerken ohne staatliche Bewilligung oder auch das Konsumieren gewisser «Aufputschmittel». Der Zweck heiligt dabei die Mittel: «Jeder Tote, jeder Kranke ist einer zu viel», lautet das Motto, mit dem uns das Selbstbestimmungsrecht über unseren Körper abgesprochen werden soll.

Nicht dass wir uns falsch verstehen: Selbstverständlich ist jeder Tote, jeder Kranke einer zu viel. Aber rechtfertigt dies derart bevormundende Angriffe auf das Selbstbestimmungsrecht über unseren Körper? Die Antwort ist ein klares Nein. Ansonsten müsste man ja konsequenterweise auch ein generelles Ski-, Auto-, Zug-, Flieg- oder Velofahrverbot einführen, da dort regelmässig Leute ums Leben kommen. Badi-Besuche wären nur noch in der Nacht gestattet, da das Krebsrisiko beim Sonnenbad tagsüber zu hoch ist. Das Schmusen mit der Partnerin müsste dauerhaft untersagt werden – wegen möglicher Grippe-Ansteckungsgefahr.

Warum will der Staat uns vor uns selbst schützen? Weil er ein Steuermaximierer ist und deshalb möglichst viele arbeitsfähige Untertanen braucht, um sein Einkommen aufzubessern. Er hasst Steuervermeider, also Leute, die einfach in Ruhe gelassen werden wollen. Für diese errichtet er Pranger und Gefängnisse.

Die Politik finanziert ihren Bürokratieapparat ausschliesslich dadurch, Menschen unter Androhung oder Anwendung von Gewalt dazu zu zwingen, ihren Tribut (Steuern, Abgaben, Gebühren usw.) zu zahlen. Was unterscheidet diese Tat vom heute schon unter Strafe gestellten Diebstahl? Das ist die Gretchenfrage.

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