Entwicklungshilfe-Stopp

«Zutiefst unchristlich» sei die angekündigte Volksinitiative zur Einschränkung der Entwicklungshilfe, meint EVP-Nationalrätin Maja Ingold und zeigt sich in gutmenschlicher Empörungsmanier «erschüttert». Gerade die Ärmsten würden dadurch bestraft, wenn staatliche Entwicklungshilfe nur noch an Länder entrichtet wird, welche keine Minderheiten verfolgen. Tatsächlich?

Buchautor René Zeyer erwidert: «Trotz mindestens 400 Jahren gesellschaftlich organisierter Armutsbekämpfung ist es bis heute nicht gelungen, sie zu beseitigen.» Armutsbekämpfung schafft mehr Arme. Weil es sich offensichtlich um die falsche Therapie handelt, kommt er zum Schluss: «Wenn es nichts nützt, dann sollte man es lassen.»

Unbestritten: Es gibt sinnvolle Entwicklungshilfe-Projekte. Doch viele sind für die Katz. Sie machen die Bevölkerung abhängig von Hilfsgütern, halten sie in der Unmündigkeit gefangen, statt sie zu Eigenverantwortung und Selbstständigkeit anzuleiten. Entwicklungs-Projekte verhindern dadurch gerade die angestrebte «Entwicklung». Brutale Warlords und korrupte Regimes stärken ihre Macht, indem sie die Bevölkerung bewusst hungern lassen. Sie instrumentalisieren den Hunger und das Elend, damit sie sich von der eintrudelnden Entwicklungshilfe-Karawane einen grossen Anteil der Hilfsgüter zuschanzen können. Diese Produkte verkaufen sie dann auf dem Schwarzmarkt, um sich mit dem Erlös bis an die Zähne zu bewaffnen und dadurch noch mehr Unschuldige zu unterwerfen.

Die Gretchenfrage, die sich uns stellt: Sollen bei diesem unmoralischen Treiben alle Schweizer mitmachen müssen? Darf der Staat uns dazu zwingen, einen Teil unseres hart verdienten Einkommens abzugeben, um in der Dritten Welt Unheil anzurichten? Dass die Ärmsten durch die Initiative getroffen werden, stimmt: Aber grösstenteils im positiven Sinne, weil die Finanzierung ihrer Unterdrücker auch mit Schweizer Hilfe endlich gestoppt wird. Zudem bleibt es Schweizer Bürgern ja weiterhin offen, selbst sinnvolle Hilfe zu leisten.

Nüchtern betrachtet macht sich die evangelische Nationalrätin Ingold also dafür stark, dass die Schweizer Bevölkerung ungefragt vom Fiskus bestohlen wird, um auf intransparentem Weg staatlich angeordnete Zwangs-Entwicklungshilfe an dubiose, korrupte und menschenverachtende Regime zu entrichten. Wenn dieses Verhalten von christlichen Politikern als «zutiefst christlich» verkauft wird, dann wundert’s nicht, dass ob dieser Doppelmoral immer mehr den Kirchen fernbleiben.

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