Diskriminierung!

Möchten Sie bei einer politischen Rede mal so richtig punkten und die Zuhörer in ein Heer stirnrunzelnder Nicker verwandeln? Dann gehen Sie folgendermassen vor: Erstens: Picken Sie sich eine beliebige Minderheit aus der Bevölkerung heraus – egal ob Ausländer, Frauen, Schwarze, Homosexuelle, Arme, Fahrende, Muslime oder was auch immer. Zweitens: Behaupten Sie, diese Minderheit werde auf irgendeine Art oder Weise diskriminiert. Seien Sie kreativ. Drittens: Fordern Sie mit ernster Miene, dass diese «Diskriminierung» unerträglich sei und deshalb durch den Staat zu unterbinden oder zumindest finanziell abzugelten sei. Schon sind Sie der barmherzige Publikumsheld, der sich für die «Schwachen» einsetzt.

Überall ortet man heute Diskriminierung – und meint dadurch die «Ungleichbehandlung von Personen, die aufgrund wesentlicher oder unveränderlicher Identitätsmerkmale erfolgt» (Eidgenössische Kommission gegen Rassismus). «Diskriminierung ist eine grobe Verletzung der Menschenrechte», schreibt Amnesty International Schweiz auf ihrer Homepage. Tatsächlich? Unbestritten ist, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sein sollen. Aber welche Bedeutung hat der Begriff der Diskriminierung darüber hinaus?

Diskriminiere ich das Restaurant Hirschen und dessen Angestellte, wenn ich lieber im «Bären» speise? Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich nur ausgewählte Leute zu mir nach Hause einlade und andere nicht? Wenn ich nur diesen Politiker wähle und jenen nicht? Muss ich nun mit zwei Diskriminierungsklagen rechnen, wenn sich in meinem Betrieb eine Lesbe, ein Jude und eine bärtige Frau gleichzeitig bewerben, obwohl ich nur eine Person anstellen kann? Muss ich mir Sorgen machen, weil ich mich nur für eine Frau entschieden habe und ich damit offenbar die Menschenrechte aller anderen Frauen mit Füssen trete, weil ich sie diskriminiere?

Die freie Gesellschaft und die Diskriminierung gehören untrennbar zusammen. Mit all unseren Handlungen entscheiden wir uns, dieses zu tun und jenes zu lassen; respektive: dieses zu favorisieren und jenes zu diskriminieren. Macht man sich mit der Bedeutung vertraut, die sich hinter dem Tarnbegriff der «Diskriminierung» versteckt, merkt man bald: Es geht weniger um Gerechtigkeit, vielmehr um totalitäre Gleichmacherei. Die staatliche Bekämpfung der Diskriminierung zielt in Wahrheit auf nichts anderes als die Bekämpfung des freien Marktes, des freien Wortes und unserer Wahlfreiheit ab.

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