Wenn der Feuerteufel zum Brandlöscher wird

Snb

Kürzlich liess der Bundesrat die Katze aus dem Sack. In Zukunft soll es ein sogenannter „antizyklischer Kapitalpuffer“ richten. Dieser soll der Blasenbildung auf dem Immobilienmarkt vorbeugen. Der Bundesrat erfüllt damit die Wünsche der Schweizerischen Nationalbank (SNB), welche die neue Regulierung explizit empfohlen hat.

In Anbetracht dieser Massnahme könnte der durchschnittliche Betrachter den Eindruck erlangen, die SNB denke stabilitätsorientiert und wolle für Land und Leute nur das Beste. Tatsächlich geniesst die Nationalbank in weiten Teilen der Bevölkerung ein hohes Ansehen. Zu Unrecht.

SNB ist der Brandstifter

In Tat und Wahrheit hat die SNB selbst die Immobilienblase geschaffen, vor der sie nun warnt. Sie spielt sich als Brandlöscher auf, obwohl sie selbst den Brand gelegt hat. Um das zu verstehen, muss man zunächst einmal verstehen, was eine Blase ist und wie eine solche entstehen kann.

Kann man von einer Blase reden, wenn das Angebot an Immobilien im Verhältnis zur steigenden Nachfrage (z.B. durch anhaltende Zuwanderung) nach Immobilien knapper wird und deshalb die Häuserpreise steigen? Natürlich nicht. Das ist das normale Spiel der Marktkräfte von Angebot und Nachfrage. Die Immobilienpreise steigen in diesem Falle, weil sie für die Marktteilnehmer tatsächlich einen höheren Wert aufweisen. Ein kurzfristiger massiver Preiszerfall ist nahezu ausgeschlossen.

Kontinuierliche Aufblähung der Geldmenge

Von einer Blase spricht man, wenn die Preise stärker steigen als der tatsächliche Wert des Objekts. Viele Experten vertreten die Meinung, dass dies im Immobiliensektor der Schweiz aktuell der Fall ist.

Wie können nun aber die Preise dauerhaft stärker steigen als ihr tatsächlicher Wertzugewinn, der sich auf dem freien Markt gebildet hätte? Die Antwort ist simpel: Durch die Interventionen der Nationalbank. Die SNB und ihre Handlanger, die Geschäftsbanken, blähen die Geldmenge seit Jahrzehnten ununterbrochen auf – angeblich im Interesse des Landes. Die Zentralbanker haben sich auf die Fahne geschrieben, pro Jahr eine Preissteigerung bei den Konsumgütern von maximal 2 Prozent zuzulassen. Steigen die Preise um weniger als 2 Prozent, spricht man bereits von einem Erfolg – obwohl dadurch die fleissigen Sparer eiskalt enteignet werden.

Inflation ist viel höher als viele meinen

Doch nicht nur die Sparer zählen bei der inflationistischen Geldpolitik der SNB zu den Verlierern. Es sind im Grunde genommen alle betroffen von der endlosen Geldmengenausweitung, welche seit der Verteidigung des Mindestkurses noch zugenommen hat. Die jährlich zusätzlich produzierten Gelder müssen ja irgendwo hin fliessen – z.B. in Aktien oder Immobilien. In diesen Bereichen werden deshalb Blasen gebildet, da die zusätzliche Geldmenge irgendwo angelegt werden will und sich Immobilien dafür gut eignen. Man redet hier von der sogenannten Asset Prize Inflation, die interessanterweise in der offiziellen Inflationsberechnungen nicht berücksichtigt werden. Diese berechnet nur den Anstieg der Konsumentenpreise, nicht aber der Preise der Vermögensgüter.

SNB-Präsident Thomas Jordan verteidigt seine expansive Geldpolitik (sprich: Gelddrucken was das Zeug hält) mit dem Argument, er wolle damit die Preisstabilität gewährleisten. Wachstum der Geldmenge ist aber per Definition “Inflation” und führt mittelfristig zum Gegenteil von Preisstabilität, nämlich zu explodierenden Preisen, zu Blasenbildungen und zum Zerfall des Schweizer Frankens. Obwohl es viele noch nicht gemerkt haben: Die Nationalbank verspielt gerade unsere Zukunft und die Zukunft unserer kommenden Generationen.

Der grosse liberale Denker Roland Baader formulierte es kurz vor seinem Tod im letzten Jahr so: „Mit Ozeanen aus Papiergeld und Krediten aus heisser Luft wurde eine globale und inflationäre Konsumorgie angeheizt, die bald zusammenbrechen wird. Was die Völker jahrzehntelang vorausgefressen haben, werden sie jahrzehntelang nachhungern müssen. … Ein Verarmungsprozess ohnegleichen setzt ein. Das ist der Preis des künstlich erzeugten Hyperbooms: Der abgrundtiefe Niedergang. Was wir seit einiger Zeit erleben – und noch lange erleben werden, ist keine Krise, sondern eine Zeitenwende, ein welthistorischer Absturz.“ Das Tragische daran ist, dass dieser Absturz mit grosser Wahrscheinlichkeit dem freien Markt angelastet wird anstatt die wahren Schuldigen zu benennen: Unser sozialistisches Zentralbanken- und Geldsystem.

 

2 comments

  1. Markus Thür · · Reply

    Salut Olivier,Damit hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen. Habe mit viel Interesse Deinen Artikel gelesen und gesehen, dass wir das Heu auf der gleichen Bühne haben. Mach weiter so. Viel Glück,Markus

  2. Olivier Kessler · · Reply

    Besten Dank Markus für Dein Feedback. Freut mich sehr, dass Dir der Artikel gefallen hat. Es gibt noch viel Aufklärungsarbeit zu machen…ich wünsche uns dabei viel Erfolg :-)Beste GrüsseOlivier

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